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Ein Bewusstsein schaffen, für den Umgang mit der Umwelt und für die Auswirkungen von Emissionen – das ist eines der gemeinsamen Ziele von Markus Tressel, tourismuspolitscher Sprecher der Grünen und dem Team von Atmosfair. Bei einem ersten Treffen am Mittwoch, 3. März 2010, im Deutschen Bundestag, hat sich Markus Tressel mit Dietrich Brockhagen und Katharina Behrendt von Atmosfair ausgetauscht und gemeinsame Positionen erörtert.
Atmosfair ist eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Bonn, die sich seit Mai 2005 für den Ausgleich von Klimagasen einsetzt. Passagiere zahlen freiwillig für die von ihnen verursachten Emissionen. Das Geld wird dann zum Beispiel in Wasserkraft-, Biomasse- oder Energiesparprojekte investiert. So kann dort eine vergleichbare Menge Treibhausgase eingespart werden. Eine Idee, die sich mit den Grünen Vorstellungen von nachhaltigem Reisen vereinbaren lässt. Denn auch wir unterstützen die Erforschung neuer, ressourcenschonender Möglichkeiten der Fortbewegung.
Obwohl die Akzeptanz des Projekts Atmosfair wächst, kämpft das Team noch immer um Aufmerksamkeit. "Reiseveranstalter sind aufgeschlossen gegenüber der Idee, aber die wenigsten tun dann auch wirklich etwas", sagt Katharina Behrendt. Sie hat bei Atmosfair direkten Kontakt zu den Kunden – kleine Reisebüros bis große Portale – berät in Sachen Klimaschutz und entwickelt gemeinsame Projekte. Eine Idee, die auch bei Markus Tressel bereits angedacht worden ist, ist die einer Klimaplakette. Ähnlich wie in der Autoindustrie sollen Reisen je nach Umweltbelastung ausgezeichnet werden – von grün bis rot. Das soll den Verbrauchern die Belastung bewusst machen und die Flugzeugabgase zum Thema machen. Denkbar ist auch eine Kennzeichnung, die sich auf alle Verkehrsträger erstreckt und für den Verbraucher Transparenz und Glaubhaftigkeit schafft.
Durch Denk-Anstöße dieser Art könnten Diskussionen in Gang gebracht werden. "Irgendwann wird dann der Klimaschutz vielleicht von Anfang an ein selbstverständliches Kriterium – zum Beispiel schon, wenn es um die Ausschreibung von Flügen geht", wünscht sich Dietrich Brockhagen. Denn dafür ist es höchste Zeit. "Der Emissionshandel zeigt in der Realität keinerlei Wirkung", so der Fachmann weiter. Aktuellen Schätzungen zufolge hat der Flugverkehr an Treibhausgasen einen Anteil von 10 Prozent, der Anteil am Treibstoffverbrauch liegt in Deutschland bei etwa 15 Prozent. Derzeit fliegt jeder Deutsche pro Jahr etwa 1,2 Mal. Das ist enorm, wenn man bedenkt, dass bisher nur rund fünf Prozent überhaupt jemals ein Flugzeug bestiegen haben. Die Grenze ist allerdings noch lange nicht erreicht.