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Aerotoxisches Syndrom

20. April 2011

Flugsicherheit gefährdet?

Luftfahrtbundesamt will von kontaminierter Kabinenluft nichts wissen

Ein schlampig arbeitendes Luftfahrtbundesamt (LBA), dass an Aufklärung weder interessiert noch beteiligt zu sein scheint. Und eine bemühte Behörde, die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) , die versucht Antworten zu finden, aber in ihrem Kompetenzbereich eingeschränkt ist. Das sind die Ergebnisse einer neuen Antwort auf eine kleine Anfrage von Markus Tressel, tourismuspolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, zum aerotoxischen Syndrom. "Es gibt keine Aufklärung über giftige Gase in Flugzeugkabinen. Hier steht die Sicherheit nicht an erster Stelle. Die Bundesregierung sollte tunlichst ihre Passivität ablegen!", mahnt Tressel an.

Die Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 17/5155 ist ignorant, weist kein politisches Problembewusstsein aus. Wie hier größtenteils mit einem Problem umgegangen wird, über das schon des Öfteren berichtet worden ist, ist äußerst auffällig. Hinzu kommt, dass Antworten sehr unterschiedlich ausfallen. "Während bei den Fragen, die die Kompetenzfelder der BFU betreffen, eine Mühe an Aufklärung kaum zu übersehen ist, geht das LBA nach wie vor mit ungeheurer Ignoranz vor. Das hat nichts mehr mit schlechter Amtsführung zu tun", hält Tressel fest.

Tressel fasst den Inhalt der Antwort in zwei wesentlichen Punkten zusammen:

  • "Es besteht offenkundig das Unklarheit, wann ein Vorfall als "schwer" eingestuft wird. Es gibt offensichtlich mehrere Vorfälle, bei denen Öldämpfe und der Ausfall von Besatzungsmitgliedern zu beklagen waren. Das wäre folglich ein schwerer Vorfall. Dieser wird aber nicht anerkannt, weil der Zusammenhang zwischen Krankheit und Öldampf nicht untersucht worden ist und in der Folge auch nicht belegt werden konnte. So wird man keineswegs aufklären können. Störungen mit Öldampf in der Kabine an sich sind offensichtlich schon gar kein besonderer Anlass mehr. Das ist erschreckend! Zumal wir wissen, welche toxischen Substanzen in den Ölen enthalten sind.
  • Die Bundesregierung widerspricht sich mehrfach, indem sie sagt, dass es kein systematisches Problem gibt und sie keine Kenntnisse hat, gleichzeitig aber immer wieder auf EU und internationale Gremien verweist, weil die ja bei systematischen Problemen zuständig seien. Und laut EASA gibt es natürlich "kein grundsätzliches Problem" (Vorbemerkung). So wird sich gegenseitig der "schwarze Peter" zugeschoben!"

Zur Antwort auf die Kleine Anfrage

 

Zusätzliche Information

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