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Antrag

7. November 2011

Kabinenluft in Flugzeugen verbessern

Industrie und Airlines weichen aus

In jüngster Vergangenheit haben sich die Hinweise auf Vorfälle durch kontaminierte Kabinenluft in Flugzeugen gemehrt. Es drohen im schlimmsten Fall Parkinson ähnliche Symptome. Der Grund ist unter anderem die technische Konstruktion vieler Flugzeuge, die die "Frischluft" für die Kabine aus den Triebwerken abzapft (Zapfluftmechanismus). Getan wird dagegen nichts. Die Industrie weicht aus, Airlines beschwichtigen und die Bundesregierung verschweigt das Problem, ist heillos überfordert und massiv von der Lobby beeinflusst.

"Deshalb haben wir einen Antrag formuliert. Die Bundesregierung muss ihre passive Haltung ablegen", so der tourismuspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Markus Tressel.

"Piloten, die über Schwindel und Taubheit klagen, Flugbegleiter, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, das lässt sich nicht mehr vertuschen", bezieht sich Tressel auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel vom 31. Oktober 2011. Er setzt sich bereits seit einiger Zeit mit dem Aerotoxischen Syndrom auseinander und kennt die Probleme: "Es zeigt sich, dass die Bundesregierung komplett den Überblick verloren hat! Sie weiß zu wenig bis nichts von Fällen, die sich ereignen, lässt Nicht-Meldungen ungeahndet. Sie weiß zu wenig von internationalen Studien, redet sogar entgegen fundierter Erkenntnisse das Problem des Nichtmeldens durch die Fluggesellschaften klein. Und das Allerschlimmste: Sie weiß noch nicht einmal, wo sie sich politisch engagieren könnte. Bei dieser Expertise würde sie sich international allerdings auch bis auf die Knochen blamieren!"

Unterdessen beteuern Airlines, die Gesundheit und Sicherheit von Belegschaft und Passagieren hätte oberste Priorität. Markus Tressel: "Eine Reihe von Papieren, die uns vorliegen, deuten da allerdings in eine andere Richtung."

Als Konsequenz fordern die Grünen in ihrem Antrag unter anderem Öle, die keine Nervengifte enthalten, Filteranlagen und Warnsensoren an Bord, ein stärkeres Durchgreifen gegenüber Verstößen von Airlines und nicht zuletzt eine Bundesregierung, die sich für Gesundheit und Flugsicherheit einsetzt. Langfristig hilft aber nur eines: Die technische Umstellung bei Flugzeugherstellern, weg vom Zapfluftmechanismus. Das RAM Air Prinzip beim BOEING Dreamliner (787), bei dem die Luft nicht mehr aus den Triebwerken kommt, zeigt wie das funktioniert.

 

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