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Cattenom

3. Januar 2012

Lange Mängelliste bei Stresstest

Kritik an französischer Atomaufsicht

Zur Entscheidung der französischen Atomaufsicht ASN zum Weiterbetrieb aller 58 Atomreaktoren in Frankreich erklärt der Vorsitzende der Saar-Grünen, Hubert Ulrich:

"Es ist nicht nachvollziehbar, dass die ASN nach dem Stresstest für die französischen Atomkraftwerke zum Ergebnis kommt, dass alle 58 AKW bedenkenlos weiterbetrieben werden können. Wir kritisieren diese Entscheidung in aller Schärfe! Der Stresstest für das AKW in Cattenom hat nach den Ausführungen des Stresstestbeauftragten Dieter Majer eine lange Mängelliste aufgezeigt. Insbesondere sind sowohl die Strom- als auch die Kühlwasserversorgung des AKW bei Erdbeben und Hochwasser nicht ausreichend gesichert. Zudem wurden in dem Stresstest viele Faktoren, wie etwa der Fall eines Flugzeugabsturzes auf den Reaktor, überhaupt nicht berücksichtigt. Wir fordern daher nach wie vor, dass das AKW in Cattenom sofort stillgelegt wird!

Auch das AKW in Fessenheim hat nach unserer Auffassung den Stresstest keineswegs bestanden. Die Betonplatte unter dem Reaktorbehälter von Block 1 ist nur eineinhalb Meter dick Bei einem schweren nuklearen Unfall mit Kernschmelze kann die Platte brechen und zu einer radioaktiven Verseuchung des Rheins führen. Auch dieses AKW muss daher sofort vom Netz. Wir fordern die französische Regierung auf, endlich die Energiewende einzuleiten und nicht mehr länger auf die hochriskante Atomkraft zu setzen. Dass es gelingen kann, ohne Atomkraft auszukommen, zeigt der Atomausstieg in Deutschland. Langfristig wird kein Land umhin kommen, den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben. Je früher damit begonnen wird, desto besser."

Zusätzliche Information

Schluss mit der Atomlüge