In den Diskussionen über verunreinigte Kabinenluft an Verkehrsflugzeugen entsteht weitere Dynamik. Die BFU berichtet jüngst, dass sich am 30.12.2011 neben Piloten auch FlugbegleiterInnen flugdienstuntauglich melden, nachdem starker Ölgeruch auftaucht.

Dass nun alle Besatzungsmitglieder auf einmal ausfallen, zeigt, dass wir ein erhebliches Problem haben. Von einwandfreier Qualität der Luft kann dabei nun wirklich niemand mehr sprechen. Tressel: „Wir können von Glück sprechen, dass nicht noch weiteren Personen, nämlich Passagieren zu Schaden gekommen ist.“ Die Maschine soll am 30.12.2011 in Köln-Bonn starten. Nachdem die Triebwerke eingeschaltet werden, kommt es zu einem starken Ölgeruch. Passagiere befinden sich zu diesem Zeitpunkt nicht an Bord. Alle Besatzungsmitglieder melden sich flugdienstuntauglich und begeben sich in ärztliche Behandlung. Tressel sieht die Bundesregierung deshalb unter Zugzwang. „Wir haben einen Antrag eingereicht. Neben der Forschung sind dabei Maßnahmen zugunsten der Gesundheit der Passagiere, der Flugsicherheit und dem Arbeitsschutz erforderlich.

Doch anstatt ein Umdenken – wie noch nach der Anhörung im September – zu erkennen, wirft man uns nun Hysterie vor“, so Tressel.

Fluggesellschaften und Industrie sieht er zum Handeln gezwungen. „Bislang hieß es hier, die Luft sei von einwandfreier Qualität. Wenn nun aber die Besatzung nicht mehr in der Lage ist, die Flüge durchzuführen, haben auch die Fluggesellschaften und damit die Branche an sich ein hausgemachtes, ökonomisches Problem. Es wird Zeit, dass hier Maßnahmen ergriffen werden, beispielsweise indem man weniger gesundheitsbedenkliche Öle einsetzt, Filter einbaut oder langfristig die Luft nicht mehr an Triebwerken abzapft.“