Verkehrswende 19.07.2017

Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor: Rechtzeitige Neuorientierung kann langfristig Arbeitsplätze sichern

Tressel fordert Versachlichung der Debatte um Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor

 

Der saarländische Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Tressel hat Landesregierung und Wirtschaft vor einem kritiklosen Festhalten am Verbrennungsmotor gewarnt. Indem man die Debatte über einen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor in rund anderthalb Jahrzehnten regelrecht dämonisiere, erschwere man einen dringend notwendigen Innovationsprozess. Nicht mit einer Debatte über den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor gefährde man Arbeitsplätze, sondern durch Unterlassen derselben. Wenn gerade das Saarland als Automobilstandort nicht mutig sei in der Formulierung von Zielen, würden andere diese Lücke schließen und technologisch vorbeiziehen.

Dazu erklärt Markus Tressel: „Politik und Wirtschaft brauchen mehr Mut um die wichtigen Arbeitsplätze in der Automobilindustrie zu sichern. Die deutschen Automobilhersteller werden auf dem Weltmarkt durch ein Beharren auf dem Verbrenner langsam an Boden verlieren und Taktgeber beim Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor sind längst andere Länder: China als einer der heute größten Absatzmärkte für deutsche Autos bereitet ein Gesetz vor, das eine feste und ansteigende Quote für Elektroautos schon ab dem Jahr 2018 vorschreibt  und in Norwegen sollen schon ab 2025 kein Auto mehr mit Verbrennungsmotor zugelassen werden. Derartige Entwicklungen werden auf den Märkten also ganz ohne unser Zutun stattfinden. Für uns geht es um die Frage: Sind wir vorne mit dabei oder überlassen wir anderen das Feld?

Noch können wir Vorreiter für die ökologische Modernisierung der Automobilindustrie werden, aber dafür dürfen wir sie nicht verschlafen. Damit es im Saarland und ganz Deutschland auch langfristig sichere Arbeitsplätze in der Autoindustrie gibt, müssen jetzt die Rahmenbedingungen für den Wandel weg vom fossilen Verbrennungsmotor geschaffen werden. Und das natürlich im Dialog mit den Automobilherstellern. Nur so können wir die Klima- und Umweltziele erfüllen und der Industrie Planungssicherheit geben, damit sie Investitionen und Entwicklungsarbeit verlässlich auf alternative Antriebsformen umstellen kann. Ein zeitlicher Rahmen hilft bei einem solchen Vorhaben, ein Weiter so nicht.

Wir Grüne wollen, dass ab 2030 keine Verbrennungsmotoren mehr neu zugelassen werden. Damit bleiben fast anderthalb Jahrzehnte Zeit für einen Umstellungsprozess. Ein Weiter so wie es die Landesregierung propagiert, verkürzt diese Zeit unnötig.  Wir brauchen mehr Zutrauen in die Innovationskraft unserer Wirtschaft.“

Kontakt im Wahlkreis

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