Reisehinweise für Türkei: Tressel fordert stärkere Einbeziehung von ethischen und menschenrechtlichen Fragen

Nach den angekündigten Verschärfungen der Reisehinweise für die Türkei durch die Bundesregierung erklärt Markus Tressel, tourismuspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag:

„Wir begrüßen diesen Schritt der Bundesregierung. Ethische und menschenrechtliche Fragen müssen künftig grundsätzlich stärker in den Reisehinweisen der Bundesregierung berücksichtigt werden. Bei allem außenpolitischen Fingerspitzengefühl ist es Aufgabe der Bundesregierung den deutschen Touristinnen und Touristen eine stärkere Informationsbasis in menschenrechtlichen Fragen zu bieten. Dazu gehört auch eine aktive Kommunikation dieser Hinweise.

Bei Verstößen eines Landes gegen  zum Beispiel das Recht auf freie Meinungsäußerung oder das Recht auf ein faires Verfahren vor Gericht muss sich die Bundesregierung frühzeitig und klar auch in Form von Reisehinweisen positionieren. Jeder Reisende sollte wissen, dass er mit seiner Reise in ein bestimmtes Land im Zweifel auch ein Regime unterstützt, dass beispielsweise mit gezielten Inhaftierungen von ausländischen Staatsangehörigen Politik macht.

Grundsätzlich ist und bleibt es jedem Menschen freigestellt, auch in Länder mit einer fragwürdigen Menschenrechtslage zu reisen. Die Bundesregierung kann allerdings dazu beitragen, dass deutsche Reisende die Wahl des Reisezieles noch informierter treffen, als sie es über die Medienberichterstattung alleine tun können. Der Einfluss der Tourismusbranche in Urlaubsländern wie der Türkei sollte nicht unterschätzt werden.“

Die Ergebnisse des ersten Tourismusgipfels 2011.