Gezielte Aktion notwendig

Zu dem Bericht des britischen Untersuchungsrichters, Stanhope Payne, an die britische Luftfahrtbehörde (CAA) und den Vorstandvorsitzenden von British Airways bezüglich des verstorbenen Piloten, Richard Westgate, erklärt Markus Tressel, tourismuspolitischer Sprecher der Bundestagfraktion Bündnis 90/ Die Grünen:

„Der Bericht ist kurz und bündig. Er lässt an Klarheit nichts vermissen. Industrie und Wirtschaft sind schleunigst aufgerufen zu handeln. Auch die deutschen Behörden müssen ihre passive Abwartehaltung ablegen. Bundesverkehrsminister Dobrindt sollte sich schnell mit seinen EU-Kollegen im Ministerrat mit dem Thema Kabinenluft befassen. Bundeswirtschaftminister Gabriel sollte im Auftrag der Bundesregierung als Anteilseigner bei Airbus Einfluss nehmen. Jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt. Wir erneuern unsere Forderungen, 1) Sensoren und Filter einzubauen, 2) andere, nervengiftfreie Triebwerköle einzusetzen und letztlich 3) auch sämtlichen Sachverstand an einen Tisch zu holen, um Forschung und Entwicklung auf allen Feldern entschieden voranzutreiben. Es kann aber mittel- bis langfristig nur einen Weg geben; nämlich die Luft nicht mehr an Triebwerken abzuzapfen. Hier muss die EASA eine neue Norm vorlegen. Der politische Druck ist notwendig. Wie beim Katalysator in der Automobilindustrie hat die Flugzeugindustrie in den letzten Jahren mehr Kreativität darauf verwendet, zu erklären, warum es scheinbar kein Problem wäre, als das Problem zu lösen. Es ist nun an allen nationalen Behörden, die Erkenntnisse der Rechtsdurchsetzung auf nationaler Ebene auf der internationalen Ebene mit Nachdruck zu Ergebnissen zu bringen. Fast 700 gemeldete Vorfälle in 7 Jahren mit stark steigender Tendenz – allein in Deutschland. Das sind 700 zu viele. Und vor allem ist das nur die Spitze des Eisbergs. Wer hier weiter rumlaviert, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.“