Das Saarland braucht eine Willkommen-zurück-Kultur!

Wir brauchen endlich eine Demografie-Strategie! Nur so werden Freiräume gestaltet und die saarländischen Regionen bleiben attraktiv. Denn das Saarland ist von allen Bundesländern am stärksten vom demografischen Wandel betroffen. Daher fordert Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter der Grünen Saar und Sprecher für ländliche Räume, eine Demografie-Strategie der Landesregierung, die besonders für junge Menschen eine Rückkehrperspektive eröffnet.

Das Saarland erlebt den stärksten Bevölkerungsrückgang im Vergleich aller Bundesländer. Mit Blick auf das ganze Land kommen auf eine Geburt bereits jetzt zwei Todesfälle. Das bedeutet laut dem Bundesamt für Bau-, Stadt-, und Raumforschung einen Bevölkerungsrückgang um rund 10% in den nächsten 15 Jahren. Richten wir unseren Blick aber auf die ländlichen Kreise außerhalb der Saarschiene, ist der Rückgang noch drastischer. Hier schrumpfen ganze Landkreise. Besonders betroffen sind Neunkirchen, St. Wendel und der Saarpfalzkreis. Daher brauchen wir schnellstens eine Demografie-Strategie für das Saarland, die die Augen vor der Realität nicht verschließt! Davon ist bislang auf Landesebene nichts erkennbar.

Der demografische Wandel biete neue Möglichkeiten, so Tressel. Statt in Schockstarre zu verfallen, gelte es den Blick nach vorne zu richten und gleichermaßen die Ursachen wie die Auswirkungen des Bevölkerungsrückgangs zu adressieren. Mit einer Politik, die gesellschaftliche Veränderungen akzeptiert und gestaltet, entstünden dauerhafte Chancen für die Attraktivität des Saarlandes. 

Wir werden weniger, älter und bunter. Das ist ein Fakt, der neue Möglichkeiten eröffnet. Wir müssen unsere Regionen natürlich altersgerecht gestalten, beispielsweise durch barrierefreien Wohnungsumbau. Eine Demografie-Strategie muss aber besonders das Potential junger Leuten in den Blick nehmen, die ihrem Heimatort verbunden geblieben sind, obwohl sie vielleicht aus Gründen der Bildung oder Karriere weggezogen sind. Wenn es für sie darum geht, eine Familie zu gründen, werden die Freiräume unserer ländlichen Kreise wieder attraktiv - wenn wir sie jetzt aktiv gestalten!

Wir brauchen eine Willkommen-zurück-Mentalität, die sich in der Regionalentwicklung abbildet, Experimente von Raumpionieren zulässt, die regionale Wirtschaft stärkt, Kooperationen mit Hochschulen fördert! Wir brauchen zielgerichtete Zukunftsinvestitionen, die sowohl Kriterien der Nachhaltigkeit wie der Bevölkerungsentwicklung berücksichtigen.

Regionalwirtschaft

  • Mittelstand fördern
  • Einzelhandel erhalten
  • Regionale Wertschöpfung stärken

Nahversorgung

  • Integrative Konzepte entwickeln
  • regionaler Lebensmittel vermarkten
  • Gesundheitsversorgung sichern

Daseinsvorsorge

  • Breitband-Ausbau vorantreiben
  • Interkommunale Zusammenarbeit erleichtern
  • Versorgungslücken überbrücken

Demografie

  • Freizeitangebote schaffen
  • Bürgerbeteiligung ernst meinen
  • Barrierefreiheit umsetzen

Ländliche Mobilität

  • Tourismus fördern
  • Erreichbarkeit des ländlichen Raums sichern
  • Innovative ÖPNV-Konzepte umsetzen

Förderpolitik

  • Fördertöpfe verzahnen
  • Akteure vor Ort stärken
  • Kommunen unterstützen