Jetzt handeln gegen Fachkräftemangel im Saarland

Eine neue Studie zeigt: Im Saarland könnten im Jahr 2030 rund 70.000 Fachkräfte fehlen. Zwischen dem Arbeitskräftebedarf und dem tatsächlichen Angebot an Fachkräften klafft dann eine Lücke von 14%. Die Auswirkungen auf den Wohlstand sind beträchtlich: Das BIP könnte im Saarland um rund 5% bis 2030 abnehmen.

Um diesen Trend zu stoppen, sei die Politik auf Landes- und Bundesebene gefragt. Wir brauchen einen guten Mix aus Demografie-Strategie und Arbeitsmarktmaßnahmen, fordert Markus Tressel, Sprecher für ländliche Räume und Grüner Bundestagsabgeordneter für das Saarland. Tressel sagte dazu in Berlin:

"Das Saarland ist von allen Bundesländern am stärksten vom demografischen Wandel betroffen. Natürlich wirkt sich der Bevölkerungsrückgang auch auf die Anzahl qualifizierter Fachkräfte aus, die der Wirtschaft im Saarland zur Verfügung stehen. Besonders frappierend ist die Entwicklung in den ländlichen Kreisen, jenseits der Ballungszentren. Wenn wir nicht endlich aktiv politisch gegensteuern, suchen sich die Unternehmen neue Standorte - es droht die Verödung ganzer ländlich geprägter Regionen! Wir brauchen eine Demografie-Strategie für das Saarland, die die Augen vor der Realität nicht verschließt, und auf Bundesebene zukunftsorientierte Arbeitsmarktmaßnahmen!"

Eine Demografie-Strategie müsse besonders jungen Menschen Rückkehrperspektiven in ländliche Regionen eröffnen und gleichzeitig Freiräume nutzen, um die Attraktivität von Schrumpfungsregionen zu erhalten. Tressel weiter:

"Vor allem aber geht es auch um die Frage der Frauenerwerbstätigkeit, die wir durch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf steigern können. Viele Frauen, die arbeiten wollen, scheitern leider noch an mangelnder Kinderbetreuung, gerade in ländlichen Regionen. Gleichzeitig brauchen wir auch mehr Zuwanderung, um unseren Fachkräftebedarf dauerhaft zu decken. Auch hier sind die ländlichen Räume besonders gefragt: Es gilt, eine echte Willkommenskultur zu etablieren, damit Zugezogene bei uns im Saarland bleiben. Das ist wichtig für eine Gesellschaft, die weniger, älter und bunter wird, genauso wie für die heimische Wirtschaft!"

Die Studie der Boston Consulting Group "Die halbierte Generation. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes und ihre Folgen für das Wirtschaftswachstum in Deutschland" finden Sie hier: http://www.wiwo.de/downloads/11837460/2/BCG-Studie_Die%20halbierte%20Generation_29052015.pdf

Regionalwirtschaft

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Demografie

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Ländliche Mobilität

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