Tressel fordert Umdenken bei der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

Zu den Äußerungen von Bundesgesundheitsminister Gröhe, der sich für einen Ausbau der Telemedizin im ländlichen Raum ausspricht, erklärt Markus Tressel, der Sprecher für ländliche Entwicklung der Grünen Bundestagsfraktion:

"Mit Telemedizin allein ist der Ärztemangel in den ländlichen Regionen nicht zu lösen. Es braucht ein Umdenken in der Gesundheitspolitik, um auch auf dem Land die medizinische Grundversorgung für alle Altersstufen gewährleisten zu können. Dazu gehört, die Arztberufe zu entlasten und die Rolle von anderen Gesundheitsberufen zu stärken. Diese könnten etwa als "Gemeindeschwestern" viele Aufgaben übernehmen, die heute dem Arztberuf vorbehalten sind. Darüber hinaus braucht es eine bessere Vernetzung örtlicher Akteure. Gesundheits-Teams aus Ärzten und Ärztinnen, Therapeuten und Therapeutinnen sowie Pflegekräften können zur zentralen Anlaufstelle werden, die unter einem Dach berät und betreut. Diese kommunale Gesundheitsversorgung soll durch mobile Praxisteams und Angebote der Telemedizin ergänzt werden, um flächendeckende Versorgung zu garantieren.

Damit Telemedizin möglich wird, braucht es aber auf dem Land eine flächendeckende Versorgung mit Breitband-Internet. Wenn Gesundheitsminister Gröhe die Telemedizin auf dem Land einführen will, sollte er sich vorher bei seinem Kabinettskollegen Dobrindt über den Stand des Breitband-Ausbaus informieren. Nicht dass der Livestream zum Facharzt abbricht, weil die Internetverbindung zu langsam ist."