Landwirtschaft bringt immer weniger Geld und Arbeit auf dem Land

GAK-Reform: Tressel fordert eine von der Landwirtschaft unabhängige Förderung ländlicher Räume

Die Bruttowertschöpfung durch Land-, Forstwirtschaft und Fischerei ist in ländlichen Regionen seit dem Jahr 2000 um knapp 20 % zurückgegangen, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Abgeordneten Markus Tressel hervorgeht. Zudem hat die Zahl der Kleinbetriebe seit Mitte der Neunziger Jahre um fast 90 % abgenommen. Zu diesem Bedeutungsverlust der Landwirtschaft für die Wirtschaftskraft ländlicher Regionen erklärt Markus Tressel:

„Die Landwirtschaft, wie wir sie kennen, stirbt zunehmend aus. Immer weniger Wertschöpfung, immer weniger Beschäftigung und die Bundesregierung tut nichts, um gegenzusteuern. Gerade Familienbetriebe müssen sich dem Preisdruck der großen industriellen Landwirtschaftsbetriebe beugen und geben auf.“

„Um unsere ländlichen Räume lebendig und lebenswert zu erhalten, brauchen wir einerseits eine vielfältige Landwirtschaft, deren zentraler Bestandteil bäuerliche Betriebe sind. Andererseits brauchen wir nationale und europäische Fördermaßnahmen, die mehr als nur die Landwirtschaft in den Blick nehmen.“

„Statt zukunftsweisender Förderung kommt aber nur ein Reförmchen: Das Kabinett wird morgen nur eine neue Maßnahme innerhalb Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ beschließen. Damit bleibt die Förderung ländlicher Räume weiterhin an die Landwirtschaft gebunden. Dabei brauchen wir eine von einer fehlgeleiteten Landwirtschaft unabhängige Strukturförderung ländlicher Räume.“

In der Antwort auf die Kleine Anfrage bekräftigt die Bundesregierung erneut, dass sie landwirtschaftlichen Konzentrationsprozessen nicht entgegenwirken will und kann keinerlei Maßnahmen nennen, die gezielt kleine und mittlere familiengeführte landwirtschaftliche Betriebe unterstützen.

„Die Bundesregierung macht sich mit ihrer Politik zum Sprachrohr der Agrarindustrie. Ihre Maßnahmen zerstören den heutigen Charakter unserer ländlichen Regionen, befördern eine Intensivierung der Landwirtschaft und schaden damit nicht nur der Wirtschaftskraft vor Ort.“

Regionalwirtschaft

  • Mittelstand fördern
  • Einzelhandel erhalten
  • Regionale Wertschöpfung stärken

Nahversorgung

  • Integrative Konzepte entwickeln
  • regionaler Lebensmittel vermarkten
  • Gesundheitsversorgung sichern

Daseinsvorsorge

  • Breitband-Ausbau vorantreiben
  • Interkommunale Zusammenarbeit erleichtern
  • Versorgungslücken überbrücken

Demografie

  • Freizeitangebote schaffen
  • Bürgerbeteiligung ernst meinen
  • Barrierefreiheit umsetzen

Ländliche Mobilität

  • Tourismus fördern
  • Erreichbarkeit des ländlichen Raums sichern
  • Innovative ÖPNV-Konzepte umsetzen

Förderpolitik

  • Fördertöpfe verzahnen
  • Akteure vor Ort stärken
  • Kommunen unterstützen