Tressel fordert Förderung aus einem Guss für ländliche Räume

Zur Eröffnung der Internationalen Grüne Woche (IGW) und zur Agrardebatte im Deutschen Bundestag erklärt Markus Tressel, Sprecher für Ländliche Räume:

„Um die vielfältigen Herausforderungen ländlicher Räume anzupacken, braucht es mehr als leere Worte. Der Minister kündigt pünktlich zu IGW an, die Förderpolitik komplett umzubauen, die ländliche Entwicklung im Ministerium breiter aufzustellen und die Arbeit der Bundesregierung besser zu koordinieren. Für diese richtigen Ansätze hatte er die gesamte Legislaturperiode Zeit. Passiert ist nichts. Die letzten drei Jahre waren verlorene Jahre für die ländliche Entwicklung.

Wir brauchen eine kohärente Strategie für die ländliche Entwicklung. Wir brauchen Förderpolitik aus einem Guss, die den undurchschaubaren Förderdschungel ersetzt. Dabei müssen wir insbesondere in finanzschwachen Kommunen auch die regionale Daseinsvorsorge in den Blick nehmen. Fokus dabei muss auf der Digitalisierung und der Sicherung ländlicher Mobilität liegen. Denn so bleiben Dienstleistungen erreichbar, auch wenn sie nicht mehr vor Ort sind. Dadurch werden auch neue Arbeitsmodelle möglich und damit die Rückkehr junger Familien auf das Land.

Gerade weil die Landwirtschaft an Bedeutung für die ländlichen Regionen verliert, müssen wir neue Perspektiven schaffen, sowohl wirtschaftlich als auch sozial. Das hat doch die Debatte um abgehängte Regionen gezeigt. Der ländliche Raum ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es geht darum, dass alle Menschen die gleichen Chancen bekommen, an der Gesellschaft teilzuhaben. Wir dürfen nicht zulassen, dass öffentlicher Verkehr, Kultur- und Freizeitangebote oder ärztliche Versorgung ausdünnen und bereits strukturschwache Regionen sich in einer Abwärtsspirale bewegen.“