Tressel: Ländliche Räume gehören auf die politische Agenda

Zusammen mit dem schleswig-holsteinischen Minister für ländliche Räume Dr. Robert Habeck, den Bundestagskollegen Harald Ebner und Chris Kühn sowie der Grünen Landesvorsitzenden Claudia Müller aus Mecklenburg-Vorpommern hat Markus Tressel, der Sprecher für ländliche Entwicklung der Grünen Bundestagsfraktion, ein Autorenpapier zur Zukunft ländlicher Räume vorgelegt. Tressel dazu: 

„Unsere ländlichen Regionen bluten langsam aus. Landwirtschaftliche Arbeitsplätze brechen weg, Kitas und Schulen schließen und kein Bus fährt mehr. Wie wir ländliche Regionen gestalten wollen, ist eine der großen Zukunftsaufgaben. Wenn immer mehr Menschen in die Städte ziehen, müssen wir uns fragen, wie wir als Gesellschaft den Lebensstandard auch in dünn besiedelten Regionen aufrechterhalten können.

Nach dem Gießkannenprinzip flächendeckend Gelder auszuschütten, wie die Bundesregierung es macht, hilft dem ländlichen Raum nicht. Wir müssen individuelle Stärken der einzelnen Regionen fördern. Von der Ostseeküste über das Saarland bis zur Schwäbischen Alb gibt es nicht die eine Lösung, aber viele kreative Ideen und engagierte Menschen vor Ort, die wir unterstützen müssen. Die Bundesregierung muss aufhören, unsere ländlichen Räume weiterhin so stiefmütterlich zu behandeln.

Vor diesem Hintergrund brauchen wir eine Wirtschaftspolitik, die auf Wertschöpfung in der Region setzt und familienfreundlich ist. Wir brauchen hochwertige Bildungseinrichtungen, die echte Chancengerechtigkeit schaffen – egal, wo ein Kind zur Schule geht. Wir dürfen nicht an Kultur und Freizeit sparen, damit wir auch auf dem Land unsere offene Gesellschaft erhalten. Im Bereich der Mobilität und auch der Gesundheit brauchen wir radikal neue Ansätze, um eine flächendeckende, gut erreichbare Versorgung auch in Zukunft zu garantieren. Schließlich ist auch der Umwelt- und Naturschutz von zentraler Bedeutung, denn ein gesundes Lebensumfeld ist für die Menschen auf dem Land der Grund, hier gern zu leben.“