Podiumsdiskussion: Wettbewerb im Lebensmittelhandwerk

Anlässlich der Internationalen Grünen Woche fand auch dieses Jahr eine begleitende Konferenz der Grünen Bundestagsfraktion statt. Dieses Jahr stand sie unter dem Motto: „Mächtig gut“ - Agrarpolitische Konferenz Konzernmacht. Moderiert von Markus Tressel, ging eines der Panels der Frage nach, wie sich trotz des Konkurrenzdrucks der Discounter das regionale Lebensmittelhandwerk erhalten lässt.

Der Wettbewerb im Lebensmittelhandwerk ist hart: Jeden Tag muss eine Bäckerei oder eine Metzgerei schließen. Grund hierfür ist die Konkurrenz durch die Discounter, die mit industriell vorgefertigten Teig- und Backwaren auf preisbewusste Verbraucher*innen abzielen. Wie trotz der Konzentration in der Lebensmittelwirtschaft die regionale Vielfalt auf unseren Tellern erhalten bleiben kann, haben wir mit zwei Vertretern der Branche diskutiert. Alexander Heinrich, Leiter Abteilung Backwaren des Globus SB-Warenhauses, sieht in der Regionalität die Möglichkeit, sich von den großen Supermarktketten zu unterscheiden und sich auch gegen die Discounter am Markt zu positionieren. Da an den Markt-Standorten von Bäckermeister*innen frisch gebacken und so 25% der Umsätze mit Produkten regionaler Lieferanten aus einem Umkreis von 30km gemacht wird, bleiben traditionelle Rezepte aber auch Arbeitsplätze in der Region erhalten.

Was für ein Handelsunternehmen wie Globus ein neuer Schritt ist, ist für traditionelle Handwerksbäcker selbstverständlich. Roland Schüren, selbst Handwerksbäcker, vertritt mit seinem Verband „Die Freien Bäcker. Zeit für Verantwortung“ Reinheitsgebote wie den Verzicht auf künstliche Backmittel und vorgefertigte Teiglinge. Mit Regionalität und handwerklicher Verarbeitung können sich Betriebe zertifizieren lassen und somit qualitätsbewussten Verbraucher*innen eine informierte Kaufentscheidung ermöglichen. Beide Unternehmer verwiesen auf die steigenden bürokratischen Anforderungen, die Schwierigkeit Fachkräfte zu finden sowie auf strukturelle Nachteile kleinerer Betriebe beispielsweise bei der EEG-Umlage. Mit frischen unternehmerischen Ideen, guten Rezepten und einer Qualitätskampagne werde es aber auch in Zukunft gelingen, regionale Vielfalt auf unseren Tellern zu erhalten.

Regionalwirtschaft

  • Mittelstand fördern
  • Einzelhandel erhalten
  • Regionale Wertschöpfung stärken

Nahversorgung

  • Integrative Konzepte entwickeln
  • regionaler Lebensmittel vermarkten
  • Gesundheitsversorgung sichern

Daseinsvorsorge

  • Breitband-Ausbau vorantreiben
  • Interkommunale Zusammenarbeit erleichtern
  • Versorgungslücken überbrücken

Demografie

  • Freizeitangebote schaffen
  • Bürgerbeteiligung ernst meinen
  • Barrierefreiheit umsetzen

Ländliche Mobilität

  • Tourismus fördern
  • Erreichbarkeit des ländlichen Raums sichern
  • Innovative ÖPNV-Konzepte umsetzen

Förderpolitik

  • Fördertöpfe verzahnen
  • Akteure vor Ort stärken
  • Kommunen unterstützen