Lebensmittelverschwendung: Tressel fordert gesetzliche Regelung

Anlässlich der aktuellen Debatte um Lebensmittelverschwendung fordert Markus Tressel, Grüner Bundestagsabgeordneter für das Saarland, eine gesetzliche Regelung. Vorbild für eine gesetzliche Regelung könne Frankreich sein, das Supermärkten die Vernichtung noch essbarer Nahrung verbietet. Tressel sagte dazu in Berlin:

„Lebensmittelverschwendung in Deutschland ist ein Riesenproblem. Über 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel werden pro Jahr einfach weggeschmissen. Das ist fatal angesichts der Ressourcenverschwendung und des Hungers auf der Welt. Doch nach wie vor eiert Bundesminister Schmidt um Lösungsansätze herum – halbherzige Informationskampagnen bringen uns nicht weiter. Denn 60 Prozent der Abfälle entstehen nicht in Privathaushalten, sondern beim Lebensmitteleinzelhandel und in der Außer-Haus-Verpflegung. Für diese Bereiche ist der Minister blind.“

Die neue Studie des WWF „Das große Wegschmeißen“ zeigt besonders für den Lebensmitteleinzelhandel und die Verpflegung außer Haus großen politischen Handlungsbedarf auf. Hier könne Frankreich Vorbild sein. Es müsse doch auch in Deutschland eine gesetzliche Regelung möglich sein, damit Supermärkte nicht länger Lebensmittel vernichten. Tressel weiter:

„Wir brauchen eine Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung, die auch Politik, Handel und Erzeuger in die Pflicht nimmt. 2012 haben wir fraktionsübergreifend konkrete Maßnahmen von der Bundesregierung gefordert, unter anderem Zielvereinbarungen mit der Wirtschaft und branchenspezifische Programme. Es hat sich doch gezeigt, dass diese unverbindlichen Vereinbarungen der Bundesregierung nicht viel bedeuten. Wenn wir bei dem Thema durch Selbstverpflichtungen nicht weiter kommen, brauchen wir eine gesetzliche Regelung gegen Verschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Hof bis auf den Teller!“

Regionalwirtschaft

  • Mittelstand fördern
  • Einzelhandel erhalten
  • Regionale Wertschöpfung stärken

Nahversorgung

  • Integrative Konzepte entwickeln
  • regionaler Lebensmittel vermarkten
  • Gesundheitsversorgung sichern

Daseinsvorsorge

  • Breitband-Ausbau vorantreiben
  • Interkommunale Zusammenarbeit erleichtern
  • Versorgungslücken überbrücken

Demografie

  • Freizeitangebote schaffen
  • Bürgerbeteiligung ernst meinen
  • Barrierefreiheit umsetzen

Ländliche Mobilität

  • Tourismus fördern
  • Erreichbarkeit des ländlichen Raums sichern
  • Innovative ÖPNV-Konzepte umsetzen

Förderpolitik

  • Fördertöpfe verzahnen
  • Akteure vor Ort stärken
  • Kommunen unterstützen