Wohnungsleerstand: Saarland Spitzenreiter

Tressel: Landesplanung an schrumpfende Gesellschaft anpassen

Das Saarland gehört in Westdeutschland zu den am stärksten schrumpfenden Regionen: Die Bevölkerung ist in den vergangenen 15 Jahren um sechs Prozent geschrumpft. Entsprechend geht auch die Zahl der Haushalte zurück. Nach der ostdeutschen Region Oberlausitz musste das Saarland in den letzten 15 Jahren die zweitstärkste Abnahme von Haushalten verzeichnen. Es kommen also immer weniger Menschen auf immer mehr bebaute Fläche. Trotz Bevölkerungsrückgang hat die versiegelte Fläche im Saarland weiter kontinuierlich zugenommen. Das hat die Bundesregierung dem saarländischen Bundestagsabgeordneten Markus Tressel mitgeteilt. Der Grünen-Politiker fordert engagiertes Handeln.

Tressel hat heute ein Fünf-Punkte-Papier vorgelegt, in welchem er auch die Landesregierung für die gravierenden Fehlentwicklungen verantwortlich macht. Tressel: „Die Entwicklung ist absurd! Immer weniger Menschen im Saarland leben auf immer mehr bebauter Fläche. Immer noch wird aber gerade außerhalb der Ortskerne neu gebaut – entweder ein Supermarkt auf grüner Wiese oder ein neues Wohngebiet. Die Folge sind mehr Verkehrsaufkommen und verödete Innenstädte. Darunter leidet die Lebensqualität auf dem Land erheblich. Die geplante Globus-Ansiedlung im Außenbereich wird deshalb auch nicht folgenlos bleiben für die Kommunen im Umfeld.“

Die Landesregierung müsse hier gegensteuern, so Tressel. Zuvörderst mit einem Landesentwicklungsplan. Dieser seit bereits seit 2015 in Aussicht gestellt. Passiert sei aber nichts. Tressel weiter: „Wir wollen Familien attraktives Wohnen auf dem Land ermöglichen, auch im Eigenheim. Dafür muss Neu- und Umbau wieder zurück in die Ortskerne. Wir wollen mit einem Baulücken- und Leerstandskataster erst alle Möglichkeiten der Innenentwicklung ausschöpfen, bevor am Ortsrand neu gebaut wird. Die Regierung muss endlich einen neuen Landesentwicklungsplan vorlegen, der ein lebenswertes Saarland mit kompakten Siedlungen und guten Verkehrsverbindungen beschreibt. Flächenversiegelung im Außenbereich muss nach diesen Zahlen weitgehend Tabu sein, wenn man die Probleme nicht weiter verschärfen möchte.“

Hier finden Sie das Fünf-Punkte-Papier für „Wohnen und Arbeiten auf dem Land“ sowie die Anfrage und Antwort der Bundesregierung mit Anhang.

Regionalwirtschaft

  • Mittelstand fördern
  • Einzelhandel erhalten
  • Regionale Wertschöpfung stärken

Nahversorgung

  • Integrative Konzepte entwickeln
  • regionaler Lebensmittel vermarkten
  • Gesundheitsversorgung sichern

Daseinsvorsorge

  • Breitband-Ausbau vorantreiben
  • Interkommunale Zusammenarbeit erleichtern
  • Versorgungslücken überbrücken

Demografie

  • Freizeitangebote schaffen
  • Bürgerbeteiligung ernst meinen
  • Barrierefreiheit umsetzen

Ländliche Mobilität

  • Tourismus fördern
  • Erreichbarkeit des ländlichen Raums sichern
  • Innovative ÖPNV-Konzepte umsetzen

Förderpolitik

  • Fördertöpfe verzahnen
  • Akteure vor Ort stärken
  • Kommunen unterstützen