Fluglärm 26.06.2019

Eurofighter-Abstürze: Flugbetrieb über dem Saarland neu bewerten

Tressel: Notfallplan für das dicht besiedelte Saarland erarbeiten

Vor dem Hintergrund der Eurofighter-Abstürze fordert der saarländische Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Tressel das Verteidigungsministerium auf, nach Abschluss der Ermittlungen auch den militärischen Flugbetrieb über dem Saarland neu zu bewerten. Konsequenzen für die zahlreichen Übungsflüge über dem Saarland, das um ein Vielfaches dichter besiedelt sei als Mecklenburg-Vorpommern, dürften kein Tabu sein. Tressel fordert zudem das Saar-Innenministerium auf, gemeinsam mit den Landkreisen einen Notfallplan für mögliche Abstürze von Kampfflugzeugen über dem Saarland zu erarbeiten.

 „Die Eurofighter-Abstürze über Mecklenburg machen deutlich, welche Gefahren von militärischen Übungsflügen ausgehen können, die auch zahlreich über dem Saarland stattfinden. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn das Kampfflugzeug über einer Ortschaft niedergegangen wäre“, sagt Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Chef der Saar-Grünen. Das Saar-Innenministerium müsse daher gemeinsam mit den Landkreisen einen Notfallplan zu erarbeiten, um sich besser auf ein mögliches Unglück im Saarland vorzubereiten. "Die Katastrophenschutzbehörden müssen dafür Sorge tragen, dass die Einheiten und Einrichtungen im Katastrophenschutz, wie etwa Feuerwehren und THW, bestmöglich fachlich und technisch in der Lage sind, diese Einsatzszenarien zu beherrschen.“

Nach dem Unglück müsse das Verteidigungsministerium auch den militärischen Flugbetrieb über dem Saarland neu bewerten. Tressel: „Liegen die Ermittlungsergebnisse aus Mecklenburg vor, ist es unabdingbar, konsequent Rückschlüsse auf Übungsszenarien über dem Saarland zu ziehen. Niemand bezweifelt die grundsätzliche Notwendigkeit zu üben. Wenn notwendig, müssen gefährliche Übungen aber auch in bestimmten Bereichen unterbleiben oder der militärische Flugbetrieb über dicht besiedeltem Gebiet ganz überdacht werden. Das Saarland ist um fünf- bis sechsmal dichter besiedelt als Mecklenburg-Vorpommern.“ Weitere Verlagerungen von Übungsflügen in unbesiedelte Gebiete, etwa in US-Wüstengebiete oder das offene Meer, müssten bereits aus Lärmschutzgründen ernsthaft erwogen werden.

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