25.01.2019

Grünen-Anfrage: Fahrgast-Einbruch bei Saarbahn-Haltepunkte entlang der Oberen Saar

Verkehrsangebot verbessern - Einheitliche Tarifzone im Regionalverband notwendig

 

Die Fahrgastzahlen der Saarbahn-Haltepunkte an der Oberen Saar zwischen Brebach und Hanweiler sind im Zeitraum von 2004 bis 2017 zwischen 10 und 43 Prozent eingebrochen. Lediglich der Bahnhof Brebach verzeichnete etwas mehr Reisende. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des saarländischen Grünen-Bundestagsabgeordneten Markus Tressel hervor. Die deutlichen Fahrgastverluste auf der Saarbahnstrecke entlang der Oberen Saar dürften angesichts der notwendigen Mobilitätswende und des täglichen Verkehrschaos im Großraum Saarbrücken nicht einfach so hingenommen werden, betont der Grünen-Politiker gemeinsam mit dem Grünen-Fraktionsvize im Regionalverband Saarbrücken, Patrick Ginsbach. Notwendig sei eine einheitliche Tarifzone für den gesamten Regionalverband sowie Taktverdichtungen zwischen Saarbrücken, Kleinblittersdorf und Saargemünd.

 

„Wie die Bundesregierung mitteilt, sind die Reisendenzahlen der Saarbahn-Haltepunkte entlang der Oberen Saar im Zeitraum zwischen 2004 und 2017 trotz zwischenzeitlicher größerer Schwankungen im Ergebnis massiv eingebrochen. Eine Ausnahme bildet lediglich der Bahnhof Brebach, dessen Reisendenzahl nach einem vorübergehenden Aufwärtstrend zumindest stagniert (1.576 Reisende auf 1.594 Reisende pro Tag). Alle anderen Bahnhöfe und Haltepunkte verzeichnen hingegen im Ergebnis massive Einbrüche bei den täglichen Fahrgastzahlen: Güdingen -19,5 Prozent (1.518 auf 1.222), Bübingen -9,7 Prozent (1.158 auf 1.046), Kleinblittersdorf -19,3 Prozent (2.244 auf 1.812), Auersmacher -43,4 Prozent (442 auf 250) und Hanweiler -21,4 Prozent (812 auf 638). Setzt sich dieser Trend ungehindert fort, wird die Verkehrsbelastung durch den Autoverkehr im Großraum Saarbrücken vermutlich weiter ansteigen“, sagt der saarländische Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Tressel.

 

Der Einbruch bei den Reisendenzahlen südlich von Brebach in Richtung Kleinblittersdorf und Saargemünd sei angesichts der kleinteiligen Tarifstruktur und des Verkehrsangebots nicht verwunderlich, betonen die Grünen im Regionalverband Saarbrücken. Grünen-Fraktionsvize Patrick Ginsbach: „Der Tarif von und nach Hanweiler, Auersmacher und Kleinblittersdorf ist teuer und auch ungerecht. Während in Saarbrücken der Großwaben-Tarif gilt, müssen Fahrgäste aus der kleinen Gemeinde Kleinblittersdorf drei (Kleinblittersdorf, Auersmacher) oder gar vier Waben (Hanweiler) für Fahrten in die Landeshauptstadt zahlen. Hinzu kommt, dass das Verkehrsangebot trotz der Preiserhöhungen seit Jahren weitestgehend auf niedrigem Level stagniert. Die Taktdichte ist unbefriedigend und kann den Vergleich mit anderen, ähnlichen Regionen in Deutschland nicht mithalten.“

 

Die Grünen-Politiker Tressel und Ginsbach fordern von Bund und Land, die Attraktivität der Bahnstrecke entlang der Oberen Saar zu verbessern, damit mittelfristig wieder mehr statt weniger Fahrgäste die Strecke nutzen. Angesichts des täglichen Verkehrschaos in Saarbrücken mit Lärm, Dreck und Staus dürfe die Negativ-Entwicklung nicht länger einfach so hingenommen werden. Tressel: „Wir brauchen endlich ein faires und günstiges Preissystem. Eine Tarifzone im Regionalverband sowie in jedem Landkreis statt einer kleinteiligen Wabenstruktur reicht völlig.“ Zugleich müsse das Verkehrsangebot auf der Strecke attraktiver werden. Ginsbach: „Notwendig ist ein engerer Saarbahn-Takt nach Kleinblittersdorf, insbesondere aber auch darüber hinaus über Auersmacher und Handweiler nach Saargemünd. Außerdem benötigen wir mehr sichere und trockene Fahrradabstellmöglichkeiten sowie Pendlerparkplätze mit ausreichend Kapazität."

 

Die Reisendenzahlen der Saarbahn-Haltepunkte auf der DB-Strecke zwischen Brebach und Hanweiler finden Sie auf S. 16ff. der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage von Markus Tressel MdB, abrufbar auf der Website des Bundestags: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/063/1906305.pdf

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