23.04.2019

Grünen-Anfrage: Gleise zum HIL-Werk werden herausgerissen

Gleisanschluss für Zukunft des Werks langfristig sichern – Panzer und Militärfahrzeuge wieder auf der Schiene transportieren

Der Bund hat den Gleisanschluss zum bundeseigenen St. Wendeler HIL-Werk gekündigt. Gleise und Anschlussweiche werden nun herausgerissen. Dies geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des saarländischen Grünen-Bundestagsabgeordneten Markus Tressel hervor. Gemeinsam mit dem St. Wendeler Grünen-Politiker Sören Bund-Becker fordert Tressel, den Gleisanschluss als wichtigen Standortfaktor für die Zukunft des Werks zu sichern. Auch habe der Bund eine ökologische Vorbildfunktion und dürfe sich nicht auch noch selbst am Infrastruktur-Kahlschlag im Bahnbereich beteiligen. Vielmehr müsse der Gleisanschluss wieder genutzt werden, um Oberlinxweiler von den schweren Tiefladern zu entlasten.

„Wie das Bundesverkehrsministerium auf meine Anfrage hin mitteilt, wurde seitens der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben der Infrastrukturanschlussvertrag mit der Deutschen Bahn für das bundeseigene Heeresinstandhaltungslogistik-Werk in St. Wendel zum Jahresende 2018 gekündigt. Die Kündigung bedeutet nicht nur das endgültige betriebliche Aus für den Gleisanschluss samt der Anschlussweiche zum St. Wendeler Bahnhof, sondern auch die Verfplichtung, die Schienen bis zum Werkstor herauszureißen“, sagt Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Chef der Saar-Grünen.

Tressel fordert gemeinsam mit dem St. Wendeler Grünen-Politiker Sören Bund-Becker die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben auf, den Gleisanschluss wieder zu beantragen, bevor unwiederbringliche Tatsachen geschaffen seien. Tressel: „Ein vorhandener Gleisanschluss ist ein wichtiger Standortfaktor. Gleisanschlüsse haben in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Wer den Gleisanschluss leichtfertig aufgibt, handelt daher unverantwortlich im Hinblick auf die Zukunft des Werks. Zugleich besitzt gerade der Bund eine Vorbildfunktion und sollte dafür Sorge tragen, Verkehr von der Straße wieder auf die Schiene zu verlagern.

Weniger Verkehr auf der Straße, bedeute auch mehr Lebensqualität in Oberlinxweiler. Bund-Becker: „Die schweren Tieflader zum HIL-Werk sorgen für Lärm, Abgase und sind auch nicht ganz ungefährlich. Auch gehen die Straßen deutlich schneller kaputt. Statt die Gleise nun herauszureißen, müsste der Bahnanschluss endlich wieder genutzt werden, um den Ort von den LKW zu entlasten. Panzer und Militärfahrzeuge gehören auf die Schiene, nicht auf Tieflader.

Hier finden Sie die Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf die Schriftliche Frage von Markus Tressel.

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