Verkehrspolitik 19.09.2018

Grünen-Anfrage: Kahlschlag bei Bahn-Infrastruktur im Saarland geht weiter

Tressel: Investitionsoffensive für Ausbau des Bahnnetzes dringend notwendig

Die Deutsche Bahn hat in den vergangenen fünf Jahren weiter zahlreiche Weichen, Gleise und Bahnsteige im Saarland stillgelegt bzw. zurückgebaut. Hinzugebaut wurde hingegen so gut wie keine Infrastruktur. Dies geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des saarländischen Grünen-Bundestagsabgeordneten Markus Tressel hervor. Der Grünen-Politiker warnte angesichts der dringend notwendigen Verlagerung von Personen- und Güterverkehr auf die Schiene, die Eisenbahn-Infrastruktur im Saarland immer weiter abzubauen. Statt weiteren Infrastruktur-Kahlschlag benötige man vielmehr eine Investitionsoffensive für den Ausbau des Bahnnetzes. Neben mehr Kapazität sorge dies auch für mehr Zuverlässigkeit im Zugbetrieb.

„Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums wurden seit 2014 im Saarland 53 Weichen, 15.895 Meter Gleisanlagen und etwas mehr als 1000 Meter Bahnsteiglängen zurückgebaut bzw. stillgelegt. Neu hinzugekommen sind hingegen lediglich zwei Weichen im Bahnhof Lebach. Damit ist in den letzten fünf Jahren die Eisenbahn-Infrastruktur im Saarland nochmals reduziert worden. Die jahrelange Kahlschlag-Politik der Bahn geht damit weiter“, sagt Grünen-Landeschef und Bundestagsabgeordneter Markus Tressel.

Die Folgen des Infrastruktur-Kahlschlags im Eisenbahnbereich seien gravierend. Tressel: „Fehlende Weichen, Überhol- und Ausweichgleise sorgen regelmäßig bei außerplanmäßigen Situationen für Verspätungen; richtige Nadelöhre wie in Wemmetsweiler sind entstanden. Verringerte Bahnsteiglängen wie in Merzig machen künftige Fernverkehrsangebote schwierig bis ganz unmöglich.“ Hinzu komme, dass die Infrastruktur an anderer Stelle auch nicht ausgebaut werde. „Der Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene stehen fehlende Gleisanschlüsse entgegen. Zudem behindern immer noch eingleisige Bahnstrecken und die fehlende Elektrifizierung auf mehreren Strecken die dringend notwendige Angebotserweiterung im Personennahverkehr.“

Notwendig sei eine Investitionsoffensive, um das Eisenbahnnetz weiter auszubauen. Tressel: „Mit der Bahn lassen sich Personen und Güter viel energieeffizienter, klimaschonender, sicherer und flächensparender transportieren als über die Straße. Um mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern, muss das Schienennetz ausgebaut werden. Nur so bekommen wir die notwendige Kapazität für den Güterverkehr und für die ebenfalls notwendige Angebotserweiterung im Nah- und Fernverkehr. Bund und Land sind in der Verantwortung, den Ausbau zu forcieren und damit eine jahrzehntelange verfehlte Verkehrspolitik zu korrigieren.“

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