28.11.2019

Mangelhafte Bahnhöfe: Grüne für Investitionsoffensive

Tressel: Verkehrsministerin Rehlinger stiehlt sich aus der Verantwortung

Als Reaktion auf ein Gutachten, wonach sich der Zustand der saarländischen Bahnhöfe weiter verschlechtert habe, drängen die Saar-Grünen auf eine Investitionsoffensive für attraktive Bahnhöfe im Saarland. An vielen Bahnhöfen fehle elementare Infrastruktur. Grünen-Landeschef Tressel wirft Verkehrsministerin Rehlinger vor, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Während andere Bundesländer massiv in die Bahnhöfe investierten, kümmere sich die Landesregierung lieber um den Autoverkehr.

„Die Resultate des Gutachtens sind wenig verwunderlich, denn der katastrophale Zustand vieler saarländischer Bahnhöfe und Haltepunkt fällt jedem ins Auge, der die Bahn nutzt. Und darin steckt zugleich auch das größte Problem: Bahnhöfe sind der Dreh- und Angelpunkt der Verkehrswende und müssen entsprechend ausgestattet und attraktiv sein. Nicht nur die Deutsche Bahn, sondern auch das Land ist hier gefordert. Während andere Bundesländer massiv in die Bahnhöfe investieren, kümmert sich die Landesregierung lieber um die Straße“, sagt Markus Tressel MdB, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Der Grünen-Politiker fordert eine Investitionsoffensive. Tressel: „Verkehrsministerin Rehlinger darf sich nicht weiter aus der Verantwortung stehlen und lediglich Gutachten in Auftrag geben. Wir brauchen eine Investitionsoffensive für attraktive Bahnhöfe, die barrierefrei, gut ausgestattet und bestmöglich mit anderen Verkehrsträgen verknüpft sein müssen.“ Landesweit fehle an, auf und in den Bahnhöfen notwendige Infrastruktur. „Warteräume, Überdachungen, Parkplätze, Fahrradständer, Schließfächer oder Toiletten sind vielerorts Mangelware oder gar Fehlanzeige. Fahrgastinformationsanlagen gibt es lediglich in Saarbrücken und Homburg. Viele Bahnhöfe sind in keinerlei Hinsicht barrierefrei.“

 

Hintergrund:

Wie das Bundesverkehrsministerium vor knapp einem Jahr auf Anfrage von Markus Tressel mitteilte, verfügen lediglich elf der 77 saarländischen Bahnhöfe überhaupt noch über Warteräume, von denen kein einziger mehr beheizt ist. Die Zahl der dortigen Sitzplätze lässt sich meist an zwei Händen abzählen, in St. Wendel und St. Ingbert gibt es sogar keine einzige Sitzgelegenheit mehr im Warteraum. Reisende müssen sich in der winterlichen Kälte die Beine in den Bauch stehen. Gerade alte und behinderte Menschen haben darunter zu leiden. Auch auf den Bahnsteigen fehlen vielerorts Wetterschutzhäuser und ausreichend Sitzgelegenheiten.

Auch bei den sanitären Anlagen ergibt sich ein ähnliches Bild: An gerade einmal acht Bahnhöfen gibt es Toiletten, sogar größere Bahnhöfe wie Völklingen, St. Ingbert oder St. Wendel sind ohne sanitäre Anlagen. Dabei sind Bahnhöfe durch starken Publikumsverkehr bestimmt. Auch weitere wichtige Infrastruktur fehlt: Schließfächer gibt es nur noch in Saarbrücken und Homburg, obwohl diese für Touristen und Geschäftsreisende besonders wichtig sind.

An vielen Bahnhöfe und Haltepunkte fehlen zudem Stellplätze für Autos und Fahrräder. Bisher sind an lediglich 59 der 77 Bahnhöfe im Saarland überhaupt Park-und-Reise-Parkplätze eingerichtet – viele davon mit deutlich zu wenig Kapazität. Noch schlimmer sieht es bei der Verknüpfung zwischen Bahn und Rad aus. Laut DB-Angaben gibt es lediglich an 11 Bahnhöfen Bike&Ride-Angebote, damit gerade einmal an jedem zehnten Bahnhof. Hier gibt es massiven Nachholbedarf, um die dringend notwendige intermodale Verknüpfung zwischen Bahn und Auto bzw. Fahrrad voranzubringen.

Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage von Markus Tressel finden Sie hier:

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/063/1906305.pdf

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