23.04.2019

Neue Demografiestudie: Dringender Handlungsbedarf für das Saarland

Das Saarland liegt im Gesamtranking aus Demografie, Wirtschaft, Bildung und Familienfreundlichkeit auf dem vorletzten Platz

Bereits im März forderte Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter der saarländischen Grünen und Sprecher für ländliche Räume, eine Demografiestrategie der Landesregierung, die besonders für junge Menschen eine Rückkehrperspektive eröffnet. Eine neue Studie zur demographischen Lage der Nation des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung zeigt nun noch einmal den dringenden Handlungsbedarf, damit das Saarland nicht weiter auf die hinteren Plätze verwiesen wird.

Markus Tressel: „Der demografische Wandel ist kein Geheimnis. Seit Jahren fordere ich die Landesregierung auf endlich eine Demografiestrategie unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln. Investitionen in Zukunftsbereiche sind nötiger denn je, damit junge Menschen echte Bleibeperspektiven im Land erhalten. Die Studie bekräftigt, dass die Menschen vor Ort als wichtigste Experten für die Herausforderungen ihrer Region ernst genommen werden müssen. Genau diese Menschen wollen wir Grüne durch eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern dazu befähigen, ihre Ideen umzusetzen.

Das Saarland ist das einzige West-Bundesland, das zwischen 2011 und 2017 geschrumpft ist und hat zudem die geringste Geburtenziffer in Deutschland. Wenn nicht gegengesteuert wird, soll die Bevölkerung bis 2035 voraussichtlich um weitere 8,5 Prozent schrumpfen. Insgesamt liegt das Saarland auf dem vorletzten Platz im Ranking aller Bundesländer, hat drei der schlechtesten Kreise bundesweit im Wirtschaftsranking und Saarbrücken sowie Neukirchen befinden sich unter den 15 letzten Plätzen was die demographische Entwicklung angeht. Deshalb ist es jetzt Zeit zu handeln.

Der demografische Wandel bietet auch Chancen für die Attraktivität des Saarlandes. Auswirkungen und Ursachen des Wandels, wie die Bedarfe einer alternden Gesellschaft, müssen adressiert und die gesellschaftliche Veränderung gestaltet werden. Die Studie bestätigt aber auch, dass es vor allem junge und gut ausgebildete Menschen sind, die über den Zukunft eines Standortes mit entscheiden. Eine Demografiestrategie muss deshalb besonders das Potential junger Menschen in den Blick nehmen, die ihrem Heimatort verbunden geblieben sind, obwohl sie vielleicht aus Gründen der Bildung oder Karriere weggezogen sind. Wir brauchen eine Willkommen-zurück-Kultur und zielgerichtete Zukunftsinvestitionen, die echte Bleibe-Perspektiven eröffnen und insgesamt junge Menschen motivieren, in unsere Region zu kommen.

Studie „Die demografische Lage der Nation“ des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung