20.05.2019

Tressel: Bahnstrecken im Saarland reaktivieren

Kosten-Nutzen-Analysen veranlassen – Mobilitätswende durch mehr Schienenverkehr ernst nehmen

Der saarländische Bundestagsabgeordnete und Grünen-Landeschef Markus Tressel fordert, stillgelegte Bahnstrecken im Saarland konsequent zu reaktivieren. Notwendig seien in einem ersten Schritt Kosten-Nutzen-Analysen, um fundiert über mögliche Wiederinbetriebnahmen entscheiden zu können. Der Grünen-Politiker reagiert damit auf eine bundesweite Vorschlagsliste von Bahnverbänden zur Reaktivierung von Eisenbahnstrecken, bei der auch mehrere stillgelegte saarländische Bahnstrecken gelistet werden.

„In der bundesweiten Vorschlagsliste der Bahnverbände VDV und Allianz pro Schiene für Streckenreaktivierungen finden sich auch die saarländischen Bahnstrecken von Merzig nach Losheim, von Lebach-Jabach nach Wadern (Primstalbahn), von Völklingen nach Etzenhofen (Köllertalbahn) und von Saarbrücken nach Überherrn (linke Saarstrecke, Bisttalbahn). Während bei den Nordsaarland-Bahnstrecken insbesondere die Erschließung neuer bzw. erweiterter Fahrgastpotenziale im Vordergrund steht, könnte die linke Saarstrecke nach Ansicht der Autoren insbesondere bestehende Verkehrswege durch Verlagerung von Verkehr auf die Schiene entlasten“, sagt Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Chef der Saar-Grünen. Letzterer Grund gelte auch für die in Reaktivierung befindlichen Bahnstrecke von Homburg nach Zweibrücken.

Die Vorschlagsliste unterstreiche einmal mehr, dass Streckenreaktivierungen ernsthaft in Betracht gezogen werden müssten. Tressel: „Die Landesregierung muss als Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr endlich handeln und Kosten-Nutzen-Analysen erstellen lassen. Nur so lässt sich fundiert über mögliche Wiederinbetriebnahmen entscheiden. Verkehrsministerin Rehlinger muss endlich diesen ersten Schritt gehen, bevor sprichwörtlich alle Züge abgefahren sind.“ Der Saarbahn-Weiterbau nach Riegelsberg, Heusweiler und Lebach habe eindrücklich gezeigt, wie eine Bahn-Anbindung die Lebensqualität erhöhe und Orte auflebe lasse. „Schienenverkehr ist nicht nur klimafreundlich, sondern trägt auch entscheidend zur dringend notwendigen Mobilitätswende bei. Im Gegensatz zu neuen Straßen sind die Trassen meist vorhanden und müssen nicht erst durch massive Eingriffe in Natur und Eigentum neu gebaut werden.“