01.03.2019

Tressel: Mikromobilitäts-Strategie für das Saarland entwickeln

Potenzial nutzen, Herausforderungen angehen und Saarland zum Vorreiter machen

Vor dem Hintergrund der bald anstehenden Zulassung von elektrischen Kleinstfahrzeugen drängt der saarländische Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Tressel auf eine Mikromobilitäts-Strategie für das Saarland. Insbesondere die extrem hohe und weiter wachsende Autodichte belege den Handlungsbedarf. Tressel betont, die neuen elektrischen Kleinstfahrzeuge seien eine große Chance und böten enormes Potenzial für eine nachhaltige Nahmobilität, seien aber zugleich auch eine Herausforderung angesichts der vielfach immer noch autozentrierten Verkehrsinfrastruktur, der sich Land wie Kommunen zu stellen hätten. Der Grünen-Politiker fordert daher eine klare Strategie für den Umgang mit den neuen Verkehrsteilnehmern, wie der innerörtliche Verkehrsraum neu aufgeteilt, daraus ergebene Konflikte gerecht gelöst, Geh- und Radwege für die Mikromobilität ausgebaut, Busse und Bahnen für die Mitnahme gerüstet und die neuen Kleinstfahrzeuge sicher abgestellt und geladen werden können.

Nach einer langen Hängepartie werden endlich auch in Deutschland bald elektrische Kleinstfahrzeuge am Straßenverkehr teilnehmen dürfen, voraussichtlich sogar noch im Laufe des Jahres. Tretroller mit Lenk- und Haltestange zwischen 12 und 20 Kilometer pro Stunde sollen dabei wie Fahrräder Radwege und Straßen nutzen müssen, langsamere Tretroller, Hoverboards und E-Skateboards verpflichtend die Gehwege.

„Die geplante Zulassung der Elektrokleinstfahrzeuge bietet ein großes Potenzial für die Nahmobiliät. Knapp die Hälfte aller Autofahrten ist kürzer als fünf Kilometer. Viele unnötige Kurzstreckenfahrten mit dem Auto zum Arbeitsplatz, zum Bahnhof oder auch für Erledigungen und Termine in der Innenstadt können sich künftig noch viel besser vermeiden lassen. Weniger Autos auf den Straßen bedeuten weniger Dreck, Lärm und Staus in unseren Städten“, sagt Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Chef der Saar-Grünen.

Land und Kommunen müssten nun zügig das Potenzial erschließen, das sich aus der Zulassung der Elektrokleinstfahrzeuge für den Straßenverkehr ergebe. Die extrem hohe und weiter ansteigende Autodichte belege den Handlungsbedarf. Tressel: „Die neuen Elektrokleinstfahrzeuge sind Chance und Herausforderung zugleich. Die meisten Straßen sind immer noch autozentriert, viele Gehwege eng, zugeparkt und uneben. Sind Radwege vorhanden, sind diese oft schmal. Wir brauchen dringend eine Strategie, wie wir die neuen Formen der nachhaltigen Nahmobilität konsequent fördern, den begrenzten Verkehrsraum neu aufteilen sowie daraus entstehende Konflikte gerecht lösen können.“

Bei künftigen Straßensanierungen müssten diese Fragen zwingend mitgedacht und entsprechend umgesetzt werden. Tressel: „Wir brauchen vielerorts breitere Geh- und Radwege genauso wie nach Jahren des Stillstand endlich einen konsequenten Ausbau des inner- und außerörtlichen Radwegenetzes. Niemand kann wollen, dass Tretrollerfahrer künftig auf stark befahrenen Landstraßen ihr Leben riskieren.“ Auch müsse sich der Straßenunterhalt den neuen Mobilitätsformen anpassen. „Wege müssen für die kleinen Rädchen künftig von Eis und Schnee konsequent freigehalten und Falschparker genauso abgeschleppt werden, als würden sie eine Straße blockieren.“

Die Strategie müsse auch über das eigentliche Fahren hinausdenken. Neue Fahrzeuge bräuchten auch neue Lösungen. Tressel: „Die Mitnahme von Kleinstfahrzeugen in Bussen und Bahnen braucht neuen Platz, der zur Verfügung gestellt werden muss. Die Fahrzeuge müssen auch sicher abgestellt und geladen werden können, beispielsweise durch Schließfächer mit Steckdosen im öffentlichen Raum.“ Land und Kommunen müssten sich im Rahmen einer Strategie den Herausforderungen stellen und Lösungen anbieten. „Das Saarland muss Vorreiter bei der Mikromobilität werden.“