Verspätungen 15.08.2014

Beschwerden bleiben oft ohne Folgen

4582 Beschwerden von Fluggästen sind 2013 beim Luftfahrt Bundesamt eingegangen. Nur 653 Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Airlines gingen daraus hervor. Und von all denen endeten nur 18 Verfahren mit einem Bußgeldbescheid gegen die Fluggesellschaften. "Die durchschnittliche Höhe der von 2011 bis zur ersten Jahreshälfte 2014 verhängten Bußgelder betrug gerundet 1560 Euro", heißt es in der Antwort des Ministeriums auf eine Kleine Anfrage von Markus Tressel.

Den Beschwerdeweg wählen nur solche Bürger, die sich von den Airlines so schlecht behandelt fühlten, dass sie deshalb ein Ordnungswidrigkeitsverfahren anstrengen. Viele Bürger beschränken sich dagegen auf einen Entschädigungsantrag. Den setzen im Auftrag der Passagiere oft Dienstleister wie das Berliner Unternehmen EUclaim gegenüber den Airlines durch. Solche Entschädigungen stehen Fluggästen bei unzureichend begründeten Verspätungen von über drei Stunden zu.

"Die Diskrepanz zwischen der Anzahl der Beschwerden und tatsächlich verhängten Sanktionen zeigt uns, dass die Bundesregierung ihren Durchsetzungsauftrag nicht ausreichend ernst nimmt", kritisierte der Grünen-Politiker Markus Tressel. Die Verweigerungshaltung des Bundes bei der Rechtsdurchsetzung und Kontrolle gehe "zu Lasten der Verbraucher und zu Gunsten der Airlines", sagte Tressel zur Rheinischen Post.