Pauschareiserichtlinie 23.02.2017

Ortstermin zur Reiserechtsnovelle in Crailsheim

Markus Tressel und Harald Ebner bei einem Ortstermin in Crailsheim
Markus Tressel und Harald Ebner bei einem Ortstermin in Crailsheim

Der tourismuspolitische Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion Markus Tressel, hat sich am 9. Februar gemeinsam mit Kirchberger Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner beim Crailsheimer Reisebüro „Reiseparadies“ am Schweinemarktplatz über die Auswirkungen der bald europaweit geltenden Pauschalreiserichtlinie informiert. Bis zum Jahresende muss die Pauschalreise-Richtlinie der EU in nationales Recht umgesetzt werden und soll ab der Sommersaison 2018 gelten. Die EU-Regelung trifft insbesondere inhabergeführte Reisebüros wie das „Reiseparadies“ von Alexandra Faßnacht, die nun hohen bürokratischen Aufwand und Kundenberatungsbedarf befürchtet.

Im Gespräch mit Markus Tressel wurde deutlich, dass es bei den Verhandlungen der Bundesregierung nicht gelungen ist, genügend auf die Besonderheiten des deutschen Marktes, insbesondere auf Reisebüros und lokale Tourismusinformationszentren einzugehen. Ziel der Pauschalreiserichtlinie war es, eine Gleichbehandlung zwischen stationären Reisebüros und Online-Portalen zu erreichen. Nun sollen aber gerade inhabergeführte Reisebüros und Tourismusinformationszentren und durch die neuen Regelungen unverhältnismäßig stark belastet werden. Bisher zusammengefasste Urlaubsbestandteile wie Flug, Hotel und Mietauto sollten laut Referentenentwurf des Bundesjustizministeriums getrennt unterschrieben und abgerechnet werden. Nur damit können Reisebüros verhindern, künftig wie ein Pauschalreise-Veranstalter haften zu müssen.

Tressel dazu: „Auch wenn Staatssekretär Gerd Billen mittlerweile verkündet, dass die Europäische Kommission Reisebüros erlauben wird, künftig mehrere, unterschiedliche Reisebausteine zu vermitteln und der Kunde am Ende nur einmal den Gesamtbetrag bezahlen kann. Das Grundproblem, dass Reisebüros beim Vermitteln einzelner Bausteine schnell zum Veranstalter mit entsprechender Haftung werden, ist damit nicht gelöst! Letztlich muss ggf. der EuGH entscheiden ob die nationalen Regelungen mit den europäischen Vorgaben vereinbar sind. Die in Aussicht gestellte Verbesserung kam nur durch Druck deutscher Tourismusverbände und des Parlaments zustande. Deshalb müssen alle am Thema dran bleiben, bis die Reiserechtsnovelle deutsches Recht wird.“