Fluggastrechte 27.09.2016

Tressel fordert Verlässlichkeit von Air Berlin

Fluggastrechte gegenüber Airline geltend machen

Der saarländischen Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Tressel hat Air Berlin aufgefordert, die Zuverlässigkeit am Standort Saarbrücken wieder herzustellen. Mehrere Flugausfälle von Berlin nach Saarbrücken und umgekehrt haben nicht nur für Verdruss bei Reisenden gesorgt. Bei einer derart wichtigen Verbindung schade die Unzuverlässigkeit  der Airline nicht nur ihr selbst, sondern auch dem Luftverkehrsstandort Saarbrücken.  Tressel rät betroffenen Reisenden zudem, sich nicht von der Airline mit 5-Euro-Gutscheinen abspeisen zu lassen, sondern die ihnen zustehende Ausgleichsleistung nach der EU-Fluggastrechteverordnung bei der Airline einzufordern.

Man könne sich als Reisender des Eindruckes nicht erwehren, dass Air Berlin Flüge aus ökonomischen Gründen, d.h. aufgrund schlechter Buchungsquoten oder fehlender Crews, oder aufgrund technischer Probleme mit dem Fluggerät kurzfristig storniert. Beides sei nicht hinnehmbar, da die Fluggäste einen Anspruch auf Beförderung hätten. Tressel, selbst mehrfach betroffen von Air Berlin-Flugausfällen auf dieser Linie, fordert auch ein Eingreifen der zuständigen Aufsichtsbehörden:  „Die Airline kann nicht nach eigenem Ermessen, aus welchen Gründen auch immer, Flüge stornieren oder stattfinden lassen. Da gibt es klare Regeln. Das Luftfahrtbundesamt muss hier genauer hinschauen, aus welchen Gründen hier Flüge ausfallen. Auch der Flughafen ist in der Pflicht, mit der Airline über die Zuverlässigkeit zu sprechen. Wenn Passagiere morgens um 6 Uhr, auch von weiter herkommend, zum Flughafen Saarbrücken anreisen um dann wieder weggeschickt zu werden, schadet das auch dem Flughafen Saarbrücken.

Tressel rät betroffenen Flugreisenden, ihr Recht gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung geltend zu machen. Demnach stehen den Reisenden bei einem Flugausfall bis zu 250 Euro an Entschädigung zu, unabhängig vom Reisepreis, auch dann, wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt befördert werden. Mit 5-Euro-Gutscheinen  versuche die Airline den Ärger abzufedern. Tressel: „Fluggäste sollte ihre Rechte kennen und geltend machen. Sofern kein außergewöhnlicher Umstand für die Stornierung verantwortlich ist, also z.B. ein Orkan o.ä., müssen die Airlines zahlen. Wenn viele Leute dies tatsächlich auch einfordern, wird es für die Airline unattraktiver, Flüge aus ökonomischen Gründen zu stornieren.“

Hintergrund

Die Beförderungspflicht ist für den Flugverkehr in § 21 Abs. 2 bis 4 LuftVG geregelt und ist eine Spezialgesetzliche Regelung zu dem Werkvertrag, der in § 631 BGB geregelt ist.

§ 21 Abs. 2 S. 3 LuftVG:

Luftfahrtunternehmen, die Linienverkehr betreiben, sind außer im Falle der Unzumutbarkeit jedermann gegenüber verpflichtet, Beförderungsverträge abzuschließen und ihn im Rahmen des veröffentlichten Flugplanes zu befördern.