Tressel fordert Forschungsstrategie für den Tourismus

Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zur Tourismusforschung in Deutschland kommentiert Markus Tressel, Sprecher für Tourismuspolitik wie folgt:

„Über alle Bereiche hinweg leistete die Tourismuswirtschaft einen Anteil von 8,6% des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2018 in Deutschland! Demgegenüber stehen 0,022% aller Forschungsmittel des Bundes im gleichen Jahr. In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen im Tourismus ist es völlig verantwortungslos und unverhältnismäßig, der Tourismusforschung nicht den Stellenwert beizumessen, den sie verdient!

Die zu bewältigenden Aufgaben sind so groß wie noch nie. Die gesamte Reisebranche steht vor strukturellen Veränderungen. Die Touristik hat schon jetzt mit den Folgen der Klimakrise zu kämpfen. Klimaanpassung und Risikoanalysen für touristische Destinationen sind zwingend notwendig. Es muss außerdem viel mehr Geld für die Forschung alternativer Antriebe für den Flug- und Kreuzfahrtverkehr in die Hand genommen werden, wenn die Verkehrswende gelingen und die Klimaziele erreicht werden sollen.

Auch für die touristischen Betriebe und Leistungsträger muss es mehr Klarheit geben: Digitalisierung, Bürokratieabbau, Förderpolitik, Maßnahmen gegen Overtourism. Die Aufgabenliste ist lang. Und um all diese Aufgaben zu bewältigen bedarf es einer ambitionierten Forschung: Wir brauchen Ist-Analysen, Best-Practice-Beispiele, Innovationsforschung. Dafür braucht es ambitionierte Forschungsprogramme und vor allem auch das notwendige wissenschaftliche Personal.

Die Bundesregierung darf diese Aufgaben nicht auf die lange Bank schieben sondern muss sofort handeln. Ein Verzicht auf Forschung bedeutet auch ein potentieller Rückfall der deutschen Tourismuswirtschaft und des Standortes. Spart die Bundesregierung weiterhin an der falschen Stelle, wird die Reisewirtschaft auch im internationalen Vergleich das Nachsehen haben.

Daher fordern wir die Entwicklung einer Forschungsstrategie für die Tourismusforschung in die Nationale Tourismusstrategie zu integrieren. Das wissenschaftliche Tourismusstudium muss wieder attraktiver werden, denn die Forschung ist für die Zukunft des Reisens und des Tourismusstandortes Deutschland elementar.“

Die Ergebnisse des ersten Tourismusgipfels 2011.