Landwirtschaft 11.01.2011

Bauernhöfe statt Agrarfabriken

Am 22. Januar Demo in Berlin

"Wir haben es satt" - unter diesem Motto zeigen ein breites Bündnis aus Umwelt-, Tierschutz-, Verbraucherverbänden, Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit und alternativen Bauernverbände der Bundesregierung, Agroindustrie und Deutschem Bauernverband die rote Karte  für deren verfehlte Agrarpolitik. Für den 22. Januar 2011 rufen sie zu einer großen Demonstration auf gegen eine auf Industrialisierung und Intensivierung ausgerichtete Agrarpolitik. Statt weiter Massentierhaltung, Agrogentechnik und Dumpingexporte zu fördern, soll die Agrarpolitik auf den Erhalt einer nachhaltigen, bäuerlichen Landwirtschaft und einer regionalen, handwerklichen Lebensmittelverarbeitung ausgerichtet werden. Ganz im Sinne des Tourismus. Das Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung in der Natur wächst. Dazu gehört zum Beispiel der Kontakt mit glücklichen Tieren und die Möglichkeit, regionale Produkte zur erwerben, so Markus Tressel, tourismuspolitischer Sprecher der Grünen.

wir haben es satt

Wir Grüne unterstützen deshalb diesen Demonstrationsaufruf. Agrarlobby und Bundesregierung müssen begreifen, dass sie Agrarpolitik nicht länger hinter verschlossenen Türen betreiben können. Agrarpolitik geht alle an. Und Bürgerinnen und Bürger fordern zu Recht, dass ihre Steuergelder für Agrarbeihilfen eingesetzt werden, die der Umwelt, dem Klima und der Natur nutzen, die den Tierschutz in der Landwirtschaft verbessern und die Produktion gentechnikfreier, regionaler Qualitätslebensmittel ermöglichen.

Auch im parlamentarischen Verfahren setzen wir uns dafür ein, dass der weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft ein Riegel vorgeschoben und die nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft gestärkt wird. Mit einer Änderung des Baugesetzbuches wollen wir dem Boom von tierquälerischen Massentierhaltungsanlagen im ländlichen Raum Einhalt gebieten. Die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) als wichtigstes landwirtschaftliches Förderinstrument des Bundes wollen wir auf die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft ausrichten. In der Diskussion über die Ausgestaltung der europäischen Agrarpolitik nach 2013 setzen wir uns dafür ein, dass die Agrarwende fortgeführt wird.

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