Wie werden wir in Zukunft reisen? Welchen Stellenwert hat der Tourismus in Deutschland und in Europa? Wie kann eine nachhaltige touristische Entwicklung in den Städten und auf dem Land gefördert werden, damit die Region und die Menschen vor Ort von den Reisenden profitieren und Klima und Natur geschont werden? Welche Faktoren wirken auf den Tourismus ein und wie reagieren die Akteure?

Das wollten wir von Experten, Politikern, Verbänden und Unternehmern wissen und haben deswegen am 12. Juni zum diesjährigen Tourismusgipfel eingeladen. Viele sind gekommen und haben die Gelegenheit zum Austausch und zur Präsentation ihrer Ideen und Projekte genutzt. Schnell war klar: Es werden auch weiterhin immer mehr Reisende aus aller Welt nach Deutschland und Europa kommen. Und auch wir reisen mehr denn je in alle Teile der Welt. Vor allem aber reisen wir innerhalb Deutschlands und Europas. Immer häufiger – aber noch viel zu selten - ohne Auto, und fast immer sind wir dabei online. Kein gesellschaftlicher Trend, keine gesamtgesellschaftliche Entwicklung die sich nicht auch auf die Art und Weise des Reisens und auf die Situation vor Ort auswirkt. Wir werden älter und dabei immer mobiler. Wege werden kürzer. Die Welt immer kleiner. Europa wird Heimat. Informationen immer leichter zugänglich. Die Kommunikation im Netz erlaubt das Teilen von Wohnungen, Fahrzeugen und Erlebnissen. Grenzen zwischen Arbeits-, Urlaubs-, Familienzeit verschwimmen. Klimaveränderungen, Wirtschafts- und politische Krisen beeinflussen unsere Entscheidungen jeden Tag aufs Neue. 

Reisen muss klima- und ressourcenschonender werden. Die Natur ist - zusammen mit den Menschen, die eine Region prägen und dieser Identität geben - unser größtes Kapital. Es sind die Menschen vor Ort, welche eine Strategie und Produkte für Ihre Destinationen entwickeln müssen, damit genau die Gäste gefunden werden können, die durch ihre Nachfrage nach den spezifischen regionalen Produkten und Dienstleistungen die Wertschöpfung der gesamten Region positiv beeinflussen können. Es sind die Menschen vor Ort, die ihre Mobilitätsangebote und die Bedürfnisse vor Ort kennen und damit die Voraussetzungen schaffen können, dass ihre Destination klima- und umweltschonend erreicht werden kann und ein Mobilitätsmix vor Ort entstehen kann.  

Immer mehr Menschen vor Ort erkennen die Potentiale ihrer Ortschaften, Städte und Regionen. Mit den richtigen politischen und wirtschaftlichen Weichenstellungen könnten sie gehoben werden. Dazu gehört die Sicherung langfristiger Finanzierung von Projekten, der Abbau von Hemmnissen durch Verwaltungsstrukturen, engagierte Forschung und Lehre und profunde Marktforschung als Basis jeder Strategiebildung, die Bereitschaft neue Player im Markt mit aufzunehmen und faire Wettbewerbsbedingungen für alle zu schaffen. Aber auch die Umsetzung neuer Lehrinhalte und Lernformate zur (digitalen) Weiterbildung, attraktive Arbeitsbedingungen und die Schaffung veränderter Unternehmensstrukturen.  

Um dies alles zu erreichen sind Wirtschaft und Politik gefordert sich zu vernetzen und gemeinsam an einem zukunftsfähigen Tourismus zu arbeiten. Es wird sich lohnen. Für uns Grüne ist klar: Wir bleiben dran.

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein großes Dankeschön für die wichtigen Impulse und Ideen. Es hat uns großen Spaß gemacht.