05.01.2015

Ein Grund mehr für europaweite Regionalkennzeichnung

„Das Handelsabkommen TTIP gefährdet unsere Umwelt-, Verbraucher- und Sozialstandards ohne Mitspracherecht für Bürgerinnen und Bürger. So wird es nach allem, was von den Geheimverhandlungen bekannt geworden ist, auch die Lebensmittelkennzeichnung und die Herkunftsangaben betreffen. Minister Schmidt lobt die Vorteile des Freihandels für die Agro-Großindustrie, die auf Massen-Export setzt statt regionale Produkte und damit eine nachhaltige regionale Entwicklung zu stärken. Das ist falsch! Verbraucherinnen und Verbraucher haben nämlich ein gegenteiliges Interesse: Im Rahmen des vom Landwirtschaftsministerium geförderten Projekts ,,Lebensmittelklarheit" standen die Herkunft von Lebensmitteln und regionale Produkte im Fokus.“

Derzeit können europaweit Ursprungsbezeichnungen und geografische Angaben geschützt werden. Aus Deutschland werden so hauptsächlich Käse und Fleischerzeugnisse, aber auch Backwaren und Bier europaweit in ihrer Herkunftsbezeichnung geschützt.

„Alle Weine aus unseren 13 Qualitätsweinanbaugebieten beispielsweise sind in ihrer Herkunft geschützt, was den Absatz im In- und Ausland durch gezieltes Marketing steigert und die Anbauregionen insgesamt fördert. Geschützte Herkunftsangaben aufzugeben würde bedeuten, dass sich Billigwein aus der EU und den USA mit deutscher Herkunft schmücken könnte. Minister Schmidts lapidare Äußerung zeigt, dass ihm die Bedeutung dieser identitätsstiftenden Produkte für die Entwicklung ganzer Regionen herzlich egal ist. Wenn Schmidt unter Berufung auf seinen amerikanischen Verhandlungspartner beklagt, die EU-Regeln für regionale Lebensmittel seien zu bürokratisch und nicht weitreichend genug, ist sein Auftrag eigentlich doch völlig klar: Er muss auf eine europaweit einheitliche und verpflichtende Regionalitätskennzeichnung hinwirken – besonders vor dem Hintergrund der TTIP-Verhandlungen!“